frei nach William Shakespeare und nach Motiven aus dem Filmklassiker
„Wie angelt Frau sich einen Millionär?” / Bearbeitung: C. Wolff
Regie: Christiane Wolff Kostüme: Claudia Flasche Musikauswahl/Songs: Peter Kratz
mit: Anja Barth, Giuliana de Carlo, Fabio Esposito, Mathias Kopetzki, Diana Mayer
Die Sommerkomödie 2011 „Der Widerspenstigen Zähmung oder wie angelt Frau sich einen Millionär“ ist eine ungewöhnliche Bearbeitung zweier Stoffe zu einer für den Theatersommer typischen Fassung mit vielen überraschenden dramaturgischen Schachzügen. Ein Shakespeare-Klassiker und ein Filmstoff – aus beiden Stoffen wurde das lustigste und spannendste Material verarbeitet, die farbigsten Figuren, die sprachlich gewitztesten Dialoge, die lebendigsten Beziehungen, die interessantesten Wendungen und Höhepunkte. Abgerundet wurde das Ganze durch eine Handvoll wundervoll ausgewählter Evergreensongs mit köstlichen deutschen Texten. Auf diese Art entstand ein extrem leichtes Geflecht von Unterhaltung, das schon 2008 die Zuschauer in seinen Bann zog.
Das Ensemble 2011 war außer Diana Gantner, dem treuen Herzstück der Produktion eine komplette Umbesetzung. Durch ihre Arbeit in „Tintenherz“ war die Truppe aber sehr gut eingespielt und alle Ensemblemitglieder freuten sich auf die wunderbar satte Komödie. Sie stürzten sich mit viel Elan auf die Probenarbeit und mit Feuereifer in die Proben der Lieder und brachten die fast 40 Minuten Songs der Produktion in Zusammenarbeit mit Peter Kratz auf ein qualitativ neues Niveau.
Das ganze Stück gewann durch die übermutige und lustvolle Darstellung der engagierten Schauspieler. Diana Gantner, die in unseren Komödien mittlerweile einen strahlenden Mittelpunkt darstellt, war als naive Schatzi so herrlich wie noch nie, die wilde erotische Petruchia durch das Spiel Anja Barths ganz unübertrefflich wild und die arrogante Intellektuelle Loco durch die Darstellung von Giuliana de Carlo entzückend charmant und komisch. Über die Wiederkehr von Giuliana freuen wir uns besonders, sie hat im Jahr 2010 einen Sohn bekommen und davor eine zusätzliche Ausbildung gemacht. Schön, dass sie wieder da ist. Die beiden männlichen Darsteller überboten sich gegenseitig mit Extremen. Den widerspenstigen Mistkerl Carlo spielte Mathias Kopetzki hoffnungslos machohaft, den romantischen Softi Tom im Gegensatz dazu wahnsinnig kitschig und der verklemmte Bruder Benito wurde durch Fabio Espositos Spielweise eine aberwitzige Clownsfigur.
Ein Glück schenkte uns der August drei völlig ausverkaufte Vorstellungen und viele weitere gut besuchte Abende, die wenn auch mit Gewitterneigung so doch wenigstens warm waren. Leider mussten die beiden letzten Vorstellungen wegen der plötzlichen Erkrankung eines Ensemblemitglieds ausfallen. Ein trauriges Ende nach einer kurzen, aber erfolgreichen und freudigen Spielzeit.




